|
Die Oszillatorfrequenz (LOF)
|
Fernsehsignale werden im Hochfrequenzbereich (10,700-12,750 GHz) gesendet, weil je höher die Frequenz desto verlustfreier die Übertragung. Diese Signale sind jedoch für die Receiver zu hoch und müssen umgewandelt werden. Der Frequenzbereich für die Receiver liegt zwischen 0,950 GHz und 2,200 GHz und wird Sat-ZF (Sat-Zwischenfrequenz) genannt. Die Umwandlung geschieht im LNB, das direkt an der Sat-Schüssel montiert ist.
Heutige LNBs haben eine LOF (Abkürzung für Local Oscillator Frequency) von 9,750 GHz
für den Niederfrequenzbereich (was bedeutet das das Eingangssignal um 9,750 GHz gesenkt wird) und 10,600 GHz für den Hochfrequnzbereich (was bedeutet das das Eingangssignal um 10,600 GHz gesenkt wird)
Der analoge Sender ARD beispielsweise sendet derzeit auf der Frequenz 11,494 GHz. Ziehen wir hiervon nun die 9,750 GHz von der Umwandelung im LNB ab ergibt dies eine Sat-ZF (Sat-Zwischenfrequenz) von 1,744 GHz = 1744 MHz. Diese müssen Sie nun als Frequenz in Ihrem analogen Receiver eingeben um das Programm ARD zu empfangen zu können.
Bei der Digitalen Technik geht dies jedoch viel einfacher. Dort geben Sie einmalig im Menü Ihres Receivers die Oszillatorfrequenzen des LNB`s ein, in der Regel 9,750 GHz und 10,600 GHz, diese sind auch normalerweise schon voreingestellt. Und dann können Sie, ohne jede weitere Umrechenarbeit, die Frequenz eingeben auf der die Sender senden und die auch in diversen Sendertabellen zu finden sind. Der Receiver rechnet die Signale nun selbstständig um.
Die
Fernsehsignale werden in zwei Bereiche getrennt :
- Dem Niederfrequenzbereich "Low" auch unteres Band genannt, von 10,700 bis 11,700
GHz (früher Analogbereich genannt)
- Und dem Hochfrequnzbereich "High" auch oberes Band genannt, von 11,700 bis 12,750 GHz (hier werden in der Regel ausschließlich Digitale Sender ausgestrahlt)
Um nun möglichst viele Daten übertragen zu können, werden diese noch in zwei Schwingungsrichtungen, Horizontal und Vertikal, gesendet.
|
Daraus ergeben sich nun 4 Schaltzustände :
|
- "Low" (unteres Band) - Horizontal
- "Low" (unteres Band) - Vertikal
- "High" (oberes Band) - Horizontal
- "High" (oberes Band) - Vertikal
Das LNB schaltet mit dem 14 Volt oder 18 Volt Signal zwischen Horizontal oder Vertikal um. Und mit dem 0 KHz oder 22 KHz Signal wird zwischen dem "Low" oder "High" Band umgeschaltet.
|
Sonderfall : Twin-Receiver
|
Ein Twin-Receiver ist im Prinzip wie zwei einzelne Receiver in einem Gehäuse, deswegen sollte er auch zwei separate Zuleitungen vom LNB oder Multischalter bekommen. In einem Twin-Receiver sind zwei Tuner eingebaut mit den man also zwei verschiedene Programme, beispielsweise auch von zwei verschiedenen Satelliten, gleichzeitig empfangen kann. So das man z.B. ein Programm anschauen und ein anderes Aufnehmen kann.
Als Notlösung ist es auch möglich den Ausgang vom "ersten Tuner" und den Eingang vom "zweiten Tuner" mit einer externen Brücke zu verbinden. Dies sollte aber im Normalfall vermieden werden, da der "zweite Tuner" dann nur eingeschränk genutzt werden kann.
Erklärung : Am "ersten Tuner" wird z.B. der digitale Sender "Das Erste" (ARD) eingestellt. Dieser sendet momentan auf der Frequenz 11,836 GHz in Horizontaler Austrahlung (siehe aktuelle Frequenztabelle). Das bedeutet also das "Tuner eins" den Schaltzustand "High" (oberes Band) - Horizontal eingeschaltet hat (siehe oben unter "Daraus ergeben sich nun 4 Schaltzustände"). Wird der "zweite Tuner" nun per externer Brücke vom "Tuner eins" versorgt können dort jetzt nur Programme empfangen werden, die ebenfalls im oberen Band liegen und Horizontal austrahlen. Also ist dann am "zweiten Tuner" nur etwa ein viertel aller möglichen Sender zu empfangen. Am "zweiten Tuner" können, bei dieser Anschlußmethode, also im nur die Sender empfangen werden die auch in der Schaltebene liegen, die am "ersten Tuner" eingeschaltet ist.
Deshalb sollten möglichst zwei separate Zuleitungen vom LNB oder Multischalter zu einem Twin-Receiver geführt werden. Man kann diese Notlösung als Zwischenlösung verwenden, z.B. wenn man sich einen Twin-Receiver zulegen und diesen erst einmal austesten möchte. Aber wenn dieser Twin-Receiver dann auf Dauer betrieben werden soll, dann wäre es ratsam eine zweite Sat-Koaxial-Leitung zu verlegen.
|
LNB oder LNC - wie heißt es denn nun ?
|
Die Bezeichnung LNC (Low Noise Converter = rauscharmer Umsetzer) stammt noch aus der analogen Zeit. Die neue Bezeichnung lautet LNB (Low Noise Block = rauscharmer Block). Mittlerweile gibt es zwischen beiden Varianten keine Unterschiede mehr. LNB und LNC ist also das gleiche. Der Begriff LNC wird aber gewöhnlich nicht mehr verwendet.
|